«Viele freuen sich auf Glasfaser»

Glasfaser-Zukunft Am vergangenen Dienstag stellten die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) in Schaan ihre Pläne zum Glasfaser-Ausbau vor. Im Interview erklärt LKW-CEO Gerald Marxer, wie der Ausbau vorangeht und wann die ersten alten Leitungen abgestellt werden.
Herr Marxer, seit gut einem Jahr arbeiten die LKW am Ausbau des Glasfasernetzes. Wie verlief der Start?
Gerald Marxer: Trotz beträchtlicher organisatorischen und personellen Herausforderungen sind wir gut gestartet. Wir haben unser Planungs- und Ausführungsteam mit externen Ressourcen nahezu verdoppelt und können so den erheblich beschleunigten Ausbau stemmen. Daneben war es wichtig, die betroffene Bevölkerung umfassend zu informieren und mit den öffentlichen Informationsveranstaltungen in Mauren, Triesen, Vaduz und Schaan ist uns das gut gelungen. Die direkt betroffenen Eigentümer und Bewohner der Liegenschaften haben wir persönlich kontaktiert und wir sind auf viel Verständnis für unsere Anliegen gestossen. Viele freuen sich auch, dass sie ans Glasfasernetz angeschlossen werden und damit in den Genuss von ultraschnellem Datenaustausch und hochauflösenden Fernsehbildern kommen.
Wie viele Haushalte wurden bis jetzt mit Glasfaser ausgestattet?
Mit Stand Ende April 2018 waren rund 2‘900 Nutzungseinheiten mit Glas erschlossen, davon 2‘500 private Anschlüsse. Wir haben einen Ausbaugrad von rund 15% erreicht und werden schon bald zur europäischen Spitze aufschliessen.
Wer kommt eigentlich in den Genuss von Glasfaser?
Grundsätzlich jeder, der einen Telekommunikationsanschluss der LKW hat. Das trifft auf den klassischen Telefonanschluss im ganzen Land zu sowie den Kabelfernsehanschluss, mit Ausnahmen in Mauren, Eschen und Schellenberg. Wir führen derzeit alle bestehenden Netze im Glasfasernetz zusammen und werden die alten nach der Inbetriebnahme des Glasfasernetzes in den Gemeinden sukzessive abschalten.
Sechs Monate bevor die LKW an meinem Haus Glasfaser verlegt, werde ich per Brief informiert. Was muss ich dann tun?
In diesem Moment muss man eigentlich nichts machen. Natürlich kann man schon erste Abklärungen mit dem Elektroinstallateur treffen. Vonseiten der LKW meldet sich ein Bauleiter beim Hausbesitzer, damit wir die Glasfasern bis zum Hausanschlusskasten ziehen können. Wenn dann von unserer Seite alles fertig ist, melden wir das dem Hausbesitzer und gleichzeitig auch den in Liechtenstein aktiven Diensteerbringern.
Und ab diesem Zeitpunkt hat man zwölf Monate Zeit, um umzustellen.
Mindestens. Sobald wir eine Gemeinde vollflächig erschlossen haben, werden die alten Netze ein Jahr später abgeschaltet.
Wurden denn die ersten Netze bereits ausser Betrieb genommen? Und wenn Nein, warum nicht?
Die aktuelle Planung sieht vor die alten Netze gemeindeweise ausser Betrieb zu nehmen. Da noch keine der elf Gemeinden vollflächig erschlossen ist, haben wir noch nirgends abgeschaltet. Im Sinne eines Pilotprojekts planen wir allerdings das Gebiet Flux, Eschen, noch dieses Jahr ausser Betrieb zu nehmen. Dafür werden wir eng mit den Diensteerbringern zusammenarbeiten, da diese die Verträge mit den Endkunden haben und nicht die LKW.
Gibt es denn auch die Möglichkeit, beim Hausanschlusskasten einen Konverter einzubauen, damit ich mir die Kosten für Glasfaser im Haus sparen und weiter auf Kupfer oder Koax setzen kann?
Grundsätzlich ist das möglich, hängt aber von der Hausverkabelung und von den Signalen ab, die der Diensteerbringer zum Haus bringt. Die Angebote der Diensteerbringer sind in den letzten 12 Monaten massiv besser geworden und es sind sogar neue Akteure am Markt. Der Endkunde hat also jetzt eine viel grössere Auswahl. Einige Anbieter erstellen auf eigene Kosten die notwendige Hausverkabelung, wenn man einen Vertrag mit ihnen abschliesst. Für den Endkunden ist der Umstieg auf die Glasfaser also nochmals deutlich attraktiver geworden.
Wie teuer wird es für einen durchschnittlichen Einfamilienhausbesitzer?
Das kommt darauf an, wie viele Anschlüsse man im Haus wünscht. Grundsätzlich reicht es, wenn man vom Hausanschlusskasten eine Leitung zu einer optischen Steckdose zieht, wovon man dann per Router auf das Internet zugreifen kann sowie das Telefon, Fernsehen und Computer am Router anstecken kann. Viele Dienste können hausintern über WLAN übertragen werden, sodass eine aufwendige Verkabelung entfällt.
Nochmals zu den Kosten: Ein Durchschnitts-EFH mit einer Glasfaserverbindung – was wird das etwa kosten?
Hier wird man sich zwischen 400 und 600 Franken bewegen. Bei älteren Häusern oder schwieriger Verkabelung steigt der Preis natürlich. Hier kann man keine pauschale Antwort geben.
2018-05-30T13:37:23+00:00 30.05.2018|0 Comments

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