Grundsätzlich ist jeder betroffen

Glasfaser-Zukunft Am vergangenen Montag stellten die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) in Mauren ihre Pläne zum Glasfaser-Ausbau vor. Im Interview erklärt LKW-CEO Gerald Marxer, wie der Ausbau vorangeht und was Hausbesitzer machen müssen, sobald Glasfaser verfügbar ist.

interview: Stephan Agnolazza

Herr Marxer, wer ist vom Glasfaserausbau betroffen?

Gerald Marxer: Grundsätzlich jeder, der einen Telekommunikationsanschluss der LKW hat. Das trifft auf den klassischen Telefonanschluss im ganzen Land zu sowie den Kabelfernseh­anschluss, mit Ausnahmen in Mauren, Eschen und Schellenberg. Wir führen derzeit alle bestehenden Netze im Glasfasernetz zusammen und schalten die alten sukzessive ab.

Wie geht der Ausbau voran?

Wir haben in Mauren, Vaduz und Triesen bereits gestartet. In Kürze wird Schaan dazukommen. So werden die dicht besiedelten Gebiete zuerst erschlossen. Bis zum Jahr 2022 sollten dann 90 Prozent der Haushalte in Liechtenstein an Glasfaser angeschlossen sein. Wann welche Liegenschaft erschlossen wird, kann online auf unserer Homepage abgefragt werden.

Sechs Monate bevor die LKW an meinem Haus Glasfaser verlegt, werde ich per Brief informiert. Was muss ich dann tun?

In diesem Moment muss man eigentlich nichts machen. Natürlich kann man schon erste Abklärungen mit dem Elektroinstallateur treffen. Vonseiten der LKW meldet sich ein Monteur beim Hausbesitzer, damit wir die Glasfasern bis zum Hausanschlusskasten ziehen können. Wenn dann von unserer Seite alles fertig ist, melden wir das dem Hausbesitzer und gleichzeitig auch den in Liechtenstein aktiven Diensteerbringern.

Und ab diesem Zeitpunkt hat man zwölf Monate Zeit, um umzustellen.

Mindestens. Sobald wir eine Gemeinde vollflächig erschlossen haben, werden die alten Netze ein Jahr später abgeschaltet.

Gibt es denn auch die Möglichkeit, beim Hausanschlusskasten einen Konverter einzubauen, damit ich mir die Kosten für Glasfaser im Haus sparen und weiter auf Kupfer setzen kann?

Grundsätzlich ist das möglich, hängt aber von der Hausverkabelung und von den Signalen ab, die der Diensteerbringer zum Haus bringt. Aktuell ist das aus Kostengründen nicht vorgesehen.

Wie teuer wird es für einen durchschnittlichen Einfamilienhausbesitzer?

Das kommt darauf an, wie viele Anschlüsse man im Haus wünscht. Grundsätzlich reicht es, wenn man vom Hausanschlusskasten eine Leitung zu einer optischen Steckdose zieht, wovon man dann per Router auf das Internet zugreifen kann sowie das Telefon, Fernsehen und Computer am Router anstecken kann. Viele Dienste können hausintern über WLAN übertragen werden, sodass eine aufwendige Verkabelung entfällt.

Nochmals zu den Kosten: Ein Durchschnitts-EFH mit einer Glasfaserverbindung – was wird das etwa kosten?

Hier wird man sich zwischen 300 und 500 Franken bewegen. Bei älteren Häusern oder schwieriger Verkabelung steigt der Preis natürlich. Hier kann man keine pauschale Antwort geben.

Am Montag fand die erste Informationsveranstaltung zum Thema Glasfaser in Mauren statt. Sind weitere geplant?

Ja, aufgrund der sehr positiven Resonanz in Mauren werden wir auch in den anderen Gemeinden, wo der Ausbau startet, die Einwohner vor Ort über die neue Technik informieren. Dazu werden wir dann zeitnah einladen.

2017-07-03T13:36:30+00:00 03.07.2017|0 Comments

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